Dr. Hohaus: Vom Rezeptblock zur KI — eine Praxis im Wandel

Dr. Michael Hohaus praktiziert seit 1988 in Düsseldorf. Er hat die Karteikarte gekannt, den ersten PC, das digitale Röntgen, die PVS-Systeme. Jetzt nutzt er KI-Dokumentation — und zum ersten Mal in fast 40 Jahren sagt er: Das möchte ich nicht mehr missen.
Der Anfang: Handschrift, Karteikarten, geschlossene Praxis
Wer heute mit Dr. Hohaus spricht, merkt schnell: Er ist kein Technologie-Enthusiast. Er ist ein Pragmatiker. Einer, der neue Dinge ausprobiert, wenn sie wirklich etwas verbessern — und der den Unterschied kennt.
Als er 1988 seine Praxis in Düsseldorf eröffnete, gab es noch keinen einzigen Computer. Alles wurde handschriftlich dokumentiert. Und für die monatliche Abrechnung? Wurde die Praxis geschlossen. Einen, manchmal zwei Tage.
„Vollkommen unwirtschaftlich", sagt er heute. Aber so war es eben.
Dann kamen die PCs. Dann die PVS-Systeme. Dann das digitale Röntgen — 1996 war Dr. Hohaus einer der Ersten. Er hat jeden Schritt mitgemacht, nicht weil er Technik liebt, sondern weil er versteht, wann sich etwas wirklich lohnt.
Der Moment auf der IDS
Die Idee, Sprache zur Dokumentation zu nutzen, hatte Dr. Hohaus schon länger. Doch das Richtige hatte er noch nicht gefunden — bis er auf der IDS am Stand von Evident vorbeikam. Sein PVS-Anbieter hatte eine Partnerschaft mit einem Münchner Startup namens Doctos angekündigt. Eine direkte Schnittstelle. Keine manuellen Datenexporte, kein Hin- und Herkopieren. Einfach sprechen — und die KI fasst zusammen, strukturiert und übergibt direkt an die Patientenkarteikarte.
„Eigentlich war es genau das, wonach ich schon immer gesucht habe" , sagt er. „Aber ich habe es bis dahin nirgendwo gefunden."
Er ging als Erstes zu diesem Stand. Noch am selben Tag war die Entscheidung gefallen.
Was sich seitdem geändert hat

Heute steht in jedem Behandlungszimmer ein iPad. Kein teures Spezialmikrofon, kein kompliziertes Setup — das eingebaute Mikrofon reicht vollständig aus. Wenn Dr. Hohaus das Zimmer betritt, ist alles vorbereitet. Er drückt auf Aufzeichnen. Das war's.
Während er behandelt, spricht er — so wie er es immer getan hat. Er erzählt dem Patienten, was er tut, mit welchen Materialien, welche Schritte als nächstes folgen. Die KI hört zu, filtert, strukturiert und übergibt am Ende eine fertige Dokumentation: Anamnese, Befund, Therapieplanung — sauber, lesbar, rechtskonform.
Und seine Mitarbeiterin? Die ist endlich wieder dort, wo sie hingehört: am Patienten. Absaugen. Assistieren. Fokussiert auf die Behandlung — nicht auf die Mitschrift.
„Auf der anderen Seite hat der Patient den Komfort, dass die Mitarbeiterin direkt am Patienten ist" , sagt Dr. Hohaus. „Fokussiert auf ihn — und nicht auf die Dokumentation."
Ein unerwarteter Nebeneffekt: weniger Diskussion bei der Abrechnung
Was Dr. Hohaus besonders überrascht hat: Die Patienten stellen seltener Fragen zu ihrer Rechnung.
Kein Wunder. Sie haben während der Behandlung gehört, was gemacht wurde. Wenn sie die Rechnung lesen, erkennen sie alles wieder. Es ist nicht das erste Mal, dass sie von dieser Leistung erfahren — es ist das zweite. Und was man zweimal kennt, hinterfragt man weniger.
„Abrechnungen werden deutlich besser akzeptiert", sagt er. „Weniger Nachfragen. Weil es das zweite Mal ist, dass man liest, was man vorher schon gehört hat."
Das Team war von Anfang an dabei
Eine Sorge, die viele Praxisinhaber beim Thema neue Software kennen: Das Tool landet in der Ecke, weil niemand es wirklich nutzt.
Bei Dr. Hohaus war das Gegenteil der Fall. Doctos kam persönlich in die Praxis für das Onboarding — kein Webinar, kein Tutorial-Video, sondern ein echter Vor-Ort-Termin. Die Mitarbeiterinnen haben das System von Anfang an mitgestaltet. Alle drei bis vier Wochen gibt es ein gemeinsames Meeting mit dem Entwicklerteam — und die Mitarbeiterinnen sind immer dabei, weil sie die Alltagsprobleme am besten kennen.
„Der Chef kommt mit Ideen, da denken die Mitarbeiter vielleicht erstmal: oh, eine lange Teambesprechung", sagt er und lacht. „Aber hier haben die Mitarbeiter selbst erkannt, dass es ihnen so viel bringt. Die waren von Anfang an Feuer und Flamme."
Kein Schritt zurück
Würde er noch mal einen Schritt zurückgehen?
„Auf gar keinen Fall."
Nicht die Karteikarte. Nicht die mühsamen Mitschriften, die abends korrigiert werden mussten — Rechtschreibung, Kommasetzung, Vollständigkeit. Das alles liegt hinter ihm.
Was ihn jetzt beschäftigt, ist die nächste Frage: Wie lassen sich die wachsenden Datenmengen in Zukunft noch besser durchsuchen und filtern? Die Karteikarten werden länger, die Dokumentation besser — aber irgendwann braucht es smarte Suchfunktionen, um in Jahren von Aufzeichnungen schnell das Richtige zu finden.
Es ist die Frage eines Menschen, der nicht stehenbleibt.
Fast 40 Jahre, eine Praxis, unzählige Veränderungen — und noch lange nicht am Ende. Dr. Michael Hohaus ist unter drhohaus.de zu erreichen. Wer Doctos in der eigenen Praxis ausprobieren möchte, findet alle Informationen unter doctos.de.

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